Bergen (Niedersachsen). Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat angekündigt, dass die Bundeswehr im Jahr 2027 erstmals ein eigenes Drohnenregiment aufstellen wird — als direkte Reaktion auf die Erfahrungen aus dem Krieg in der Ukraine, wo ein erheblicher Teil der verheerenden Angriffe auf Drohnen entfällt. Darüber berichtet tagesschau am 1. Oktober 2026.
Die Erklärung gab der Minister während eines Besuchs auf dem Truppenübungsplatz Bergen ab. Seinen Worten zufolge muss derjenige, der an Land siegen will, den Kampf mit unbemannten Systemen beherrschen. Die Lehren aus der ukrainischen Front überträgt Berlin nun in die Struktur der eigenen Streitkräfte.
Was genau geplant ist
Das Regiment soll Reichweiten vom Nahkampf bis zu etwa 500 Kilometern abdecken. Dabei geht es nicht nur um fliegende Drohnen, sondern auch um unbemannte Bodensysteme. Gesondert betonte Pistorius: Zum Regiment wird eine eigene Kompanie für elektromagnetische Kriegsführung gehören — eine kritische Fähigkeit im modernen Krieg, in dem elektronische Störmaßnahmen oft über das Ergebnis eines Angriffs entscheiden.
Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, präzisierte die Personalstärke: Start mit voraussichtlich 300 Soldaten, Zielstärke bis zu 600. Der Standort der Basis ist noch nicht festgelegt. Parallel werden unbemannte Systeme weiter in bestehende Truppengattungen integriert — Infanterie, Aufklärung und Panzereinheiten.
Kamikaze-Drohnen und die Brigade in Litauen
Das neue Regiment soll zudem mit Kamikaze-Drohnen (sogenannter loitering munition) bewaffnet werden. In der Bundeswehr durchlaufen diese Systeme derzeit Erprobungen und sollen dem Plan nach im nächsten Jahr an die Truppe gehen.
Eine gesonderte Aufgabe besteht darin, die für Litauen vorgesehene 45. Brigade noch vor ihrer Verlegung zur Drohnenabwehr zu befähigen. Dies betrifft unmittelbar die Ostflanke der NATO und die Sicherheit des Baltikums — einer Region, die nach Beginn des umfassenden Angriffs auf die Ukraine im Zentrum der Aufmerksamkeit Berlins bleibt.
Warum das für Ukrainer in Deutschland wichtig ist
Die Entscheidung über das Drohnenregiment ist ein politisches und militärisches Signal: Deutschland erkennt offiziell an, dass der Krieg in der Ukraine die Standards des Landkriegs verändert hat, und passt die eigene Verteidigung an diese Realitäten an. Für die ukrainische Gemeinschaft in der Bundesrepublik ist dies ein weiterer Beleg dafür, dass Berlin den Konflikt nicht als „entfernte" Geschichte begreift, sondern als Quelle von Lehren für die europäische Sicherheit — von der Ostsee bis zu deutschen Truppenübungsplätzen.
Das Material wurde auf Grundlage eines Berichts von tagesschau vom 1. Oktober 2026 erstellt. Der Text ist eine eigenständige ukrainische Nacherzählung, keine wörtliche Übersetzung.
